rOsewhite Rubina

Irgendwie klaffte zwischen meinen Sport-Coptern und der Tamara-Serie eine große Lücke. Was fehlte, war ein leichter und robuster Kamera-Träger, der übliche Kameras im Hobby- und Semiprofi-Bereich inklusive Gimbal souverän durch die Luft befördern kann.

Auch wenn ich persönlich gar kein besonders großer Freund von Hexacoptern bin, weil sie nur eine sehr bedingte Ausfallsicherheit haben, habe ich mich für einen Flat Hexa entschieden. Der Grund ist einfach, dass nach all meinen Beobachtungen die meisten Leute, die sich für einen solchen Copter interessieren, einen Hexa wählen würden.

Aus den Anforderungen ist nun Rubina entstanden. Mit 54cm Spannweite passen 10-Zoll Luftschraubenproblemlos drauf. Der Rahmen wiegt nackt montiert lediglich 230 Gramm. Mit der beiliegenden Akkuhalteplatte und der Topplate inklusive Distanzbolzen kommen noch einmal etwa 20 Gramm hinzu.



Das geringe Gewicht ist zum großen Teil der Verwendung von M2-Schrauben und eingepressten Gewindebuchsen zu verdanken. Die insgesamt 48 Schrauben und Gewindebuchsen kommen auf ein Gewicht von 26,4 Gramm, während bei der Verwendung von M3-Schrauben das gesamte Schraubengewicht bei 94,6 Gramm läge.

Dennoch sind die M2-Schrauben für diesen Rahmen ausreichend kräftig dimensioniert. Ich habe auf das gleiche Klemmprinzip mit einseitig geschlitzten und verzapften Schellen gesetzt, wie schon bei der Tamara-Serie. Hier reicht schon ein sehr geringes (leicht handfestes) Anzugsmoment, um den Arm unter allen Bedingungen fest zu halten.

Die obere Centerplate hat Bohrungen im 30x30mm ebenso wie im 45x45mm Lochraster. Dadurch können alle normalen FC montiert werden. 4 Bohrungen sind im Fall des Hexa ausreichend, um ihn als X oder als + zu fliegen, da ein X in diesem Fall nur ein um 90 Grad gedrehtes + ist.



Die Halteplatte für den Akku wird dem Rahmen obligatorisch beiliegen, auch wenn das später folgende Landegestell eine integrierte Akkuhalterung haben wird. Auf diese Weise wird der Rahmen für jeden ohne weiteres Gebastel nutzbar.

Die Motorhalter haben die von mir bekannte übliche Spatenform. Hier eignet sich der Bügel am äußeren Ende hervorragend als Schutz der Motorkabel vor Beschädigung. Beide Doppelschellen am Motorhalter haben eine gemeinsame Konterplatte, die ich ein wenig in die Länge gezogen habe, um einen 5cm langen LED-Strip (entspricht der Länge eines Segments) aufzubringen.



Da Rahmen und Motorhalter genau gleich hoch aufbauen und von unten keine Muttern beim Festziehen der Schrauben gehalten werden müssen, lässt sich der Rahmen bei der Montage sehr leicht ausrichten, indem man ihn auf eine glatte Fläche drückt und anschließend die Schrauben fest zieht. Auf diese Weise sind alle Motorhalter parallel zur Centerplate ausgerichtet.

Da ich im Vorfeld schon ahne, dass einige wieder an der Stabilität zweifeln, habe ich den ersten Prototypen einem kleinen Belastungstest unterzogen. Ich werd in naher Zukunft noch aussagekräftigere Belastungstests machen, doch hier sollte es erst einmal reichen, zu sehen, dass die Centerplate locker mit 22,5kg belastet werden kann, ohne dass der Rahmen nennenswert nachgibt. Die Arme haben sich bei dieser Last etwa 1,5 bis 2mm durchgebogen. Ich schätze, dass der Rahmen auch 30kg aushält, wollte das erste Exemplar aber nicht gleich riskieren. Die Getränkekiste liegt hier übrigens tatsächlich nur auf der Centerplate und nicht auf den Armen auf.




Fertig aufgebaut wiegt meine erste Rubina dann mit 768 Gramm doch etwas mehr, als erhofft, doch das liegt an den mit 48 Gramm relativ schweren Robbe Roxxy 2824-26 Motoren, die ich hier noch übrig hatte. Dafür bringen die Motoren mit 9x5 Zoll Graupner E-Props mit knapp 850 Gramm Schub pro Antrieb eine enorme Beschleunigung und Endgeschwindigkeit. Der Hexa kann es mühelos mit leistungsstarken Sport-Coptern aufnehmen.

Dennoch habe ich schon bei den ersten Flügen gemerkt, dass seine Stärke in der Ruhe liegt. Für das Flugbild gibt es eigentlich nur eine treffende Beschreibung: Souverän! Mit dem Copter macht es ausgesprochen Spaß, durch die Luft zu cruisen und saubere Kurven und Achten zu fliegen. auf mich hat der Copter einen regelrechten Baldrian-Effekt: Ist man vorher noch gestresst, reicht schon ein Flug, um danach ein relaxtes Grinsen auf den Lippen zu haben.









Der Rahmen ist bereits im Vorverkauf unter http://www.pitchpump.de/?p=2084 erhältlich und wird ab dem 15.10.13 ausgeliefert. Ein Landegestell mit T-Bar Beinen ist bereits in Arbeit und dürfte in wenigen Wochen fertig sein. Später folgt noch ein automatisch einziehbares Landegestell.

Von Tilman Pietzsch am 07. Oktober 2013, 14:50 Uhr veröffentlicht | 7161 mal gelesen
Zuletzt bearbeitet am 07. Oktober 2013, 16:49 Uhr
Themen: Mechanik | Multicopter

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Kommentare

Kommentar von Bulli am 07. Oktober 2014, 20:32 Uhr:

Rubina + 3-Achs-Dragon... fast perfekt.
Es fehlt das einziehbare Fahrwerk? Wie ist da Stand der Dinge?

Antwort von Tilman am 10. Oktober 2014, 20:53 Uhr:

Eventuell krieg ich den Retractable Lander noch zur Modellbaumesse hin aber das will ich noch nicht versprechen.

Kommentar von Ferenc Bogdanov (www.youtube.com/user/rcFlyrodeo) am 19. November 2013, 14:06 Uhr:

Hallo Tilman, sehr elegante Lösung mit die M2 Schrauben. Die viele M3 Schrauben für Ausleger- und Motor- befestigung im CFK Ausführung waren nach meine Rechnungen gewichtmässig immer eine schlechtere Option im vergleich mit die gute alte 10x10mm Alu Ausleger also ich habe auf die CFK Rohr Bauweise immer verzichtet. Die Lösung aber mit die M2 Schrauben und Gewindebuchsen macht schon für die CFK Bauweise sinn. Also meine Frage ist einfach wo kriegst Du dieser Gewindebuchsen her?

Gruss
Franz

Antwort von Tilman am 21. November 2013, 02:38 Uhr:

Die Gewindebuchsen kannst Du als Gewerbetreibender bei http://www.kvt-koenig.de/ bestellen.

Kommentar von Robby Ahrens am 07. November 2013, 20:27 Uhr:

Hallo Tilmann,

Kompliment, ich finde Deine Konstruktionen durchdacht.
Für den Aufbau einer Eigenkreation würde ich gerne auf Teile von Dir zurückgreifen.
Mich interessieren speziell die Motorhalter und die Klemmschellen für einen FPV-Quadrokopter (4x Motorhalter kompl., 16 Klemmschellen). Meine Zentralplatten werden eine andere Bauform haben, außerdem sollen die Arme demontierbar sein.

Kannst Du mir mal einen Preis für die Teile nennen ? Ich nehme mal an, das die Teile direkt über Dich kommen, wie beim Tamara auch.

Gruß Robby

Kommentar von Hermann Grebner am 24. Oktober 2013, 19:49 Uhr:

Hallo Tilman. Habe bei Pitch Pump nun dein Landegestell für die Rubina Entdeckt. Sieht ordenlich stabiel aus. Meine Frage hierzu währe,??? ob unterhalb der Rubina Befestigung im oberen Teil des Landegestells auch noch genug Platz währe um gleich 2 Akkus zu befestigen. Für ca. 15 - 22 Min. Flugzeit . Währe deutlich besser für Filmaufnahmen. Ich denke da an 2 x 2600 . Grüße von Hermann

Antwort von Tilman am 24. Oktober 2013, 22:40 Uhr:

Hallo Hermann,

ich habe den Ausschnitt so dimensioniert, dass ein 4S-Lipo von der Höhe her rein passt (Gemessen mit SLS APL 4S 3300 und 4500mAh). In der Breite ist noch ausreichend Luft, so dass auch größere Kapazitäten möglich sind.

Ich denke aber, dass die Befestigung eines großen Lipos auf dem Akkuträger deutlich einfacher wäre, als wenn Du zwei kleine nimmst. Zur Not geht es jedoch bestimmt auch mit zweien. Der Akkuträger ist vorne und hinten verjüngt, so dass man die Akkus z.B. fest mit einem schmalen Streifen Schrumpfschlauch beidseitig auf dem Träger fixieren könnte.

Kommentar von Heinrich am 09. Oktober 2013, 19:14 Uhr:

Hi Tilman,

warum hast du nicht die Motorbefestigung wie bei Tamara nur in klein umgesetzt?

Gruß Heinrich

Antwort von Tilman am 09. Oktober 2013, 19:32 Uhr:

Hallo Heinrich,

man kann eine Konstruktion nicht einfach verkleinern, sondern muss schauen, dass sie den jeweiligen Anforderungen entspricht. Hätte ich einfach nur den Tamara-Motorhalter verkleinert, hätte jeder Dritte beim Aufbau die Schellen kaputt gemacht, weil er die Schrauben zu fest zieht. Die LED-Strips hätten nicht mehr drauf gepasst und die Motorkabel würden nur noch mit Glück am Motorhalter vorbei in den Arm passen.

Abgesehen davon macht bei so einem kleinen Hexa die Möglichkeit eines Koax-Antriebs keinen Sinn.

Kommentar von Andreas Schulze am 07. Oktober 2013, 17:06 Uhr:

Tolle Ausführung und in Sachen Optik und Klang sicher ein
echter Leckerbissen. Ich hätte Probleme mit der Orientierung, schnell sind mal ein paar Grad verdreht, aber ein weisser Streifen an einem Arm sollte vorerst das Problem lösen. Einziehbares Landewerk wird sicher ein echtes Highlight....
Grüsse Andreas

Antwort von Tilman am 09. Oktober 2013, 19:20 Uhr:

Hallo Andreas,

ich muss gestehen, dass ich anfangs mit dem Hexa auch leichte Orientierungsprobleme hatte, weil ich bis dato überwiegend Quad, X8 oder Flat Octo geflogen bin. Bei allen dreien ist das charakteristische X vorhanden und die restlichen Arme beim Flat Octo habe ich gedanklich ausgeblendet. Das X hat mir anfangs beim Hexa gefehlt, doch nach 2-3 Flügen hat man sich dran gewöhnt.


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